#sticktoit — Meine 3-Phasen-Fokussierung, mit der ich an der Umsetzung meiner Projekten regelrecht kleben bleibe

Yasemin von Lebensdurstig.de und Jan von HabbitGym.de veranstalten aktuell die Blogparade #drankLEBENbleiben (#sticktoit), in der es um die Frage geht, wie man sich dazu bringt, an seinen Vorsätzen „kleben“ zu bleiben. Ich finde das Thema super interessant, weil es ein enormer Zeitfresser ist, wenn man seine Projekte nicht zum Abschluss bringt.

Im Prinzip kann man sehr viel Lebensqalität versenken, wenn man die schlechte Angewohnheit hat, Projekte nicht abzuschließen. Man kommt dann weder in den Genuss der Entspannung eines Genussmenschen, der sich dafür auf eher wenige Herausforderungen einlässt. Noch kommt man in den Genuss des Selbstvertrauens und der Anerkennung eines Erfolgsmenschen, der viele Projekte bis zum Abschluss bringt. Stattdessen befindet man sich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen, wo man die Vorzüge weder von dem einen, noch von dem anderen Lifestyle wirklich genießet.

Lasst uns also entweder weniger Projekte anfangen! Und lasst sie uns schnellstmöglich wieder einstellen, wenn sie sich als doch nicht unser Ding herausstellen sollten! Und wenn Sie unser Ding sein sollten, dann lasst uns dran kleben bleiben und sie bis zum Ende durchziehen!

Kurz noch eine Vorüberlegung (weil es sonst missverständlich rüber kommen kann):
Ich bin nicht grundsätzlich dafür, alles durchzuziehen, was man begonnen hat. Bei manchen Vorhaben weiß man ja vorher nicht, wie es mit der Zeit sein wird, daran zu arbeiten. Zumindest kann ich es bei mir oft vorher nicht einschätzen, ob eine Sache mir mittel- und langfristig gut liegen wird. Es geht mir an dieser Stelle um solchen Projekten, die man freiwillig macht, deren Verlauf man vorher nicht wirklich einschätzen kann und die nicht zwingend notwendig sind. Bezogen auf’s Loslegen solcher nice to have„-Projekte, finde ich, passt oft meine „quick and dirty„-Mentalität sehr gut. Von solchen „nice to have„-Projekten grenze ich mich thematisch in diesem Artikel ab und beziehe mich auf Projekte, wo man sich von Anfang an klar ist, dass man sie durchziehen will.

Wie also bleibe ich an wichtigen Projekten kleben?

Fokussierung – weniger ist mehr

Je mehr Projekte man am Start hat, um so schwieriger wird es, an einzelnen dran zu bleiben. Selbst wenn man noch so begeistert für eine Sache ist: Wenn einem die Zeit fehlt, dann wird es schwierig. Und mit Zeitmangel macht das Projekt wiederum keinen Spaß mehr. Der fehlende Spaßfaktor erhöht dann (zumindest bei mir) sehr starkt die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns. Emotionale Verknüpfung des Projekts mit dem Gefühl von zeitlichem Stress ist schlecht.

Aus den genannten Gründen ist es für mich sehr wichtig, meinem Projekt ausreichend Zeit einzuräumen, sodass ich mich darauf fokussieren kann.

Fokussierung praktisch umsetzen

Fokussierung bedeutet für mich vor allem, zu anderen zeitintensiven Angelegenheiten „Nein“ zu sagen.
Durch viele kleine „Neins“ entsteht dann automatisch der zeitliche Freiraum, mit dem das wirklich wichtige Projekt gesund gedeihen kann und die Umsetzung Spaß macht. Mit ausreichend Zeit und zeitlichen Puffern lässt sich auch Unvorhergesehenes gut handhaben.

Um Projekte zielgerichtet umzusetzen, haben sich für mich die folgenden drei Phasen bewährt.
(Ich beziehe mich auf Projekte, wo die Umsetzungsphase ca. einen Monat dauert.)

  1. Vorbereitung
    Wenn möglich, dann nehme ich mir verhältnismäßig viel Zeit für die Vorbereitung. Es geht hier darum, dem Projekt seinen zeitlichen Freiraum zu verschaffen. Ich bringe andere Sachen in den Zustand, dass sie für die nächsten Wochen ohne mich zurecht kommen werden. Ich gehe die Umsetzung meines Projekts immer wieder im Kopf durch, räume generell andere Lebensbereiche auf und stelle überall, wo möglich, die Weichen so, dass das Projekt ausreichend Platz haben wird.
  2. Umsetzung
    Jetzt geht’s rund 🙂 In dieser Phase klebe ich an meinem Projekt. Das Sicherstellen, dass ich daran kleben bleibe, geht automatisch, weil ich ja sonst gerade nichts zu tun habe. Ich sage ja zu allem anderen „Nein„. – Fokussierung halt, oder, ich glaube, „Flow“ wird so was auch manchmal genannt. Während Umsetzungsphasen versuche ich dann auch, achtsam für Gedanken zu sein, die mich ablenken und diese Gedanken dann liebevoll zurück zu stellen.
    (Auf technischer Ebene mache ich mir für alles (aktuell) störenden/dazwischen kommenden Aufgaben kurz einen Eintrag in meiner Selbstmanagement-Software Todoist und vergesse sie dann umgehend wieder. Die Sachen kommen dann an die Reihen, wenn es für sie so weit ist.)
  3. Aufräumen
    Irgendwann ist das Projekt dann abgeschlossen. An dieser Stelle sind durch die starke Fokussierung die übrigen Aufgaben und Lebensbereiche im Zweifelsfall eher vernachlässigt. Es ist natürlich nicht so krass, dass mein Leben in Schutt und Asche liegen würde. Aber es gibt relativ viele Kleinigkeiten, die in der letzten Zeit liegen geblieben sind. Und um diese vielen, kleinen Dinge kümmere ich mich dann jetzt.
    Man könnte sagen: Beim Projektabschluss schalte ich vom einen Extrem (Fokussierung) an das andere Extrem (aufräumen, erholen, die Dinge pflegen) um.

So, ich habe mir bei diesem Artikel mal bewusst nicht die Blogparaden-Beiträge der anderen Teilnehmer durchgelesen, um quasi unbefangen meine Meinung zu schreiben.
Genau deshalb bin ich aber jetzt super gespannt, was die anderen geschrieben haben und werde mir deren Artikel jetzt durchlesen.

3 Kommentare #sticktoit — Meine 3-Phasen-Fokussierung, mit der ich an der Umsetzung meiner Projekten regelrecht kleben bleibe

  1. Jan

    Hallo Michael,

    Erstmal cool und Danke, dass du dich an der Blogparade beteiligst. Dein Artikel gefällt mir sehr gut und ich stimme absolut mit dir überein, dass Fokussierung mega wichtig ist, wenn man Dinge zu Ende bringen will. Ich glaube, dass dieses Thema viel zu oft gar nicht zur Sprache kommt. Im Grunde ist das ja auch nicht gerade das, was man hören will, wenn man fünf gute Vorsätze hat und sich fragt, wie man die alle umgesetzt kriegt. Aber gerade die Sachen, die man nicht hören will, sind oft die wichtigsten.

    Viele Grüße,
    Jan

    Antworten
    1. Michael

      Hallo Jan,
      freut mich, dass der Artikel dir gefällt. Danke für dein Feedback. Ich hatte garnicht in die Richtung gedacht, dass Leute das hier vielleicht garnicht gerne hören/lesen. Aber ja, könnte schon gut sein.
      Viele Grüße
      Michael

      Antworten
  2. Yasemin

    Lieber Michael, auch von mir ein Danke, dass du an unserer Blogparade teilgenommen hast.

    Dein Artikel in der Form ist bisher einmalig. Beim Satz: „Während Umsetzungsphasen versuche ich dann auch, achtsam für Gedanken zu sein, die mich ablenken und diese Gedanken dann liebevoll zurück zu stellen.“ Bin ich in ein lautes „ooh“ verfallen, weil ich die Formulierung so toll fand. Meistens kann man sich ja nich konzentrieren, weil die störenden Gedanken als nervig wahrgenommen werden und daher ignoriert werde, aber vllt haben sie ja Gefühle sind dann gekränkt und werden ganz laut und stören erst recht. So stell ich mir das jedenfalls vor. Aber wenn man ihnen lieb sagt, dass sie später dran sind, und sich auch sorgsam drum kümmert ist doch alles super! 🙂

    Der Artikel Quick&Dirty Mentalität gefällt mir auch sehr gut. Werd ich mal für lebensdurstig nutzen, damit ich alle meine Ideen endlich mal in die Weiten des Internetws bring.

    Danke dir für die Inspiration,
    Yasemin aka weltenbewegerin.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *